Pollenallergie

Was ist eine Pollenallergie? Was sind die Auslöser?

In Mitteleuropa sind wind-, insekten-, und selbstbestäubende Pflanzen bekannt. Die Pollen windbestäubender Pflanzen wurden schon früh als Hauptverursacher des allergischen Schnupfens erkannt. Die Pollenkörner dienen der Fortpflanzung. Windbestäubende Pflanzen müssen den sehr ineffektiven Mechanismus der ungerichteten Freisetzung ihrer Pollen durch die Produktion großer Mengen ausgleichen. So produziert eine einzige Roggenpflanze ca. 21 Millionen Pollen, eine Sauerampferpflanze sogar ca. 400 Millionen Pollen. Die Pollen müssen leicht abgegeben werden und schwebfähig sein. Bei Bäumen liegt die Blühperiode daher meistens vor der Blattentfaltung, welche für die Pollenverbreitung hinderlich wäre (Birke, Hasel, Erle u.a.). Nach der Blühperiode werden Pflanzen in Früh-, Mittel- und Spätblüher eingeteilt (Januar bis April, Mai bis August, September bis Dezember). Diese zeitliche Einteilung ist jedoch keineswegs immer gültig. So kommen Pflanzen in den Bergen als Mittelblüher vor, welche in der Ebene zu den Frühblühern gezählt werden. Weiterhin existiert z.B. in Deutschland eine Blühverzögerung von Südwesten nach Nordosten.   
Eine vollständige Vermeidung von Pollen ist wegen deren weit verbreiteten Vorkommens nicht zu erreichen. Es ist aber möglich, die Pollenbelastung zumindest zu reduzieren.

Wie erkenne ich eine Pollenallergie / Heuschnupfen?

Typischerweise beginnt die Pollenallergie mit Beschwerden wie Juckreiz in der Nase und Rötung und Fremdkörpergefühl der Augen. Je nach Intensität des Pollenflugs beginnt dann oftmals schlagartig das Vollbild der Erkrankung mit weißlich-wäßrigem Sekretfluss, massivem Juckreiz, anfallsartigen Niesattacken und Nasenatmungsbehinderung. Gemeinsam mit den Beschwerden tritt oftmals ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Schwäche, Müdigkeit, Schlafstörungen und Abgeschlagenheit auf.

Tipps für den Alltag

Fenster und Türen zurzeit des größten Pollenflugs geschlossen halten.
Pollenfilter in Klimaanlagen können bei ausreichender Kapazität der Anlage sehr wirkungsvoll sein. Wichtig ist die regelmäßige Wartung der Anlage, da sich sonst die Filter zusetzen oder bei Defekten sogar vermehrt Allergene in die Raumluft geblasen werden können.
Bei Reinigungsmaßnahmen im Haushalt sollte feuchten Reinigungsmaßnahmen der Vorzug gegeben werden. Staub saugen ist nur dann empfehlenswert, wenn das Gerät über entsprechende Filter und technische Ausstattung verfügt.
Bei Autofahrten sollten die Fenster geschlossen bleiben. Sinnvoll ist, Pollenfilter in die Innenraumluftzufuhr einbauen zu lassen.
Wichtig ist das Einschleppen von Pollen ins Schlafzimmer zu vermeiden: Tageskleidung außerhalb des Schlafzimmers wechseln und aufbewahren, das Schlafzimmer tagsüber geschlossen halten. Vor dem Schlafengehen bitte duschen und das Haar waschen, um alle anhaftenden Pollen wegzuspülen.
Sport oder andere körperliche Anstrengung im Freien sollte zurzeit des höchsten Pollenflugs vermieden werden.

Bei der Urlaubsplanung kann man versuchen, dem Pollenflug ein Schnippchen zu schlagen:

  • So blühen in Nordeuropa Gräser, Bäume und Getreide generell später als in Mitteleuropa
  • Birkenpollen treten in Skandinavien oft in hohen Konzentrationen auf. In Südwesteuropa, im südlichen Mittelmeerraum und auf den Kanarischen Inseln sind Birkenpollen dagegen kaum nachweisbar.
  • Im Hochgebirge besteht ab ca. 1500–1800 m eine deutlich geringere und zeitlich kürzere Pollenbelastung als im Flachland (in den Alpen unterschiedlich je nach klimatischen Gegebenheiten (z.B. Vergleich Alpensüd und nordseite). Die Gräserblüte dauert selten deutlich länger als 2 Wochen, kann jedoch intensiv sein. Ab Anfang Juli kann man in den Alpen oberhalb von 2000 m mit Pollenfreiheit rechnen
  • Küstenlandschaften sind dann empfehlenswert, wenn überwiegend Seewinde herrschen. In Europa sind die Nordseeküsten sowie die französische, spanische und portugiesische Atlantikküste (weniger Ostsee) durch ihre geographische Lage als pollenarm einzustufen (weite Wasserflächen in Nordwest-Richtung bei überwiegenden NW-Winden). Im europäischen Mittelmeerraum ist küstennah eine geringe Gräser- und Birkenpollenbelastung zu finden. Entsprechendes gilt für küstennahe Inseln.